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P H A R A O N E N

   
Das Wort "Pharao" bedeutete ursprünglich "großes Haus" und bezeichnete den Palast des Königs. Erst ab dem Neuen Reich wurde es zur Bezeichnung des Königs.
Ein Pharao hatte fünf Namen; die ersten drei beschrieben sein göttliches Wesen, der vierte Name war der Name, den der Pharao seit seiner Geburt trug und der letzte Name war sein Thronname, den er mit dem Beginn seiner Regierungszeit erhielt.
Der Pharao war der wichtigste Mann im ganzen Land und nahm mit seiner Thronbesteigung die Gestalt des Himmelsgottes Horus an. Des Weiteren bekam er zugleich die Bezeichnung "Sohn des Re", des mächtigsten Gottes im Alten Ägypten. Er wurde von der Bevölkerung zugleich als König von Ober- und Unterägypten angenommen und erhielt die verantwortungsvolle Aufgabe des Wächters über das reibungslose Funktionieren im Land.
Horus erhielt, nachdem sein Vater ermordet wurde und die Herrschaft über die Toten übernahm, von den Göttern die Herrschaft über die Erde. Er war der letzte göttliche Pharao. Aus diesem Grund verkörperte nach ihm jeder menschliche Pharao gleichzeitig Horus.
Der Pharao war als Horus göttlich, als Mensch irdisch und bildete somit eine Brücke zwischen Himmel und Erde.
Da der mächtigste Gott jedoch der Sonnengott Re war, weil er den Menschen täglich in Erscheinung trat, erhielt jeder Pharao auch die Bezeichnung "Sohn des Re".
Der Pharao konzentrierte die gesamte Macht des Herrschaftssystems auf sich. Er war der alleinige Besitzer von Grund und Boden und den daraus entstehenden Produkten.
Durch seine göttliche Natur war er Garant für das Bestehen des Reiches und Vermittler zwischen Menschen und Göttern. Er sorgte für den Unterhalt der Götter und war für das Gleichgewicht im Land, das Leben nach der Maat - was soviel wie Ordnung, Gerechtigkeit und Wahrheit bedeutete - verantwortlich.
Darüber hinaus garantierte er die Fruchtbarkeit und als oberster Kriegsführer auch die Sicherheit des Landes.
Die Leitung der Bauvorhaben von Grab- oder Tempelanlagen war eine weitere wichtige Aufgabe des Pharao und gleichzeitig Ausdruck seiner religiösen und politischen Macht.
In den Tempelanlagen wurden alle Opfer- und Schenkungszeremonien für die Götter vollzogen. Man glaubte, dass die Götter im Gegenzug den Pharao bei seiner Herrschaft unterstützen würden.
Der Pharao trat vor seiner Bevölkerung immer wie ein Gott auf und wurde von ihr auch als solcher angesehen. Der Palast des Pharao war zentraler Verwaltungssitz des Landes, Wohnstätte eines Gottes sowie Wohnsitz einer Vielzahl von Beamten, Dienern und Handwerkern.
Diese Paläste befanden sich meist in großen Städten des Landes, die oft auch erst durch die Errichtung von Residenz und Siedlungen zu solchen gemacht wurden.
Zahlreiche Verwaltungsarbeiten waren Teil der Aufgaben des Pharaos. Über Ereignisse und Entwicklungen im Staat wurde er durch die "Sprecher seines Hofes" informiert, auf die er mit königlichen Befehlen reagierte.
Die Macht des Pharaos wurde nach Außen durch mehrere Herrschaftssymbole deutlich gemacht. So trug er eine bestimmte Kopfbedeckung: entweder das Nemes-Kopftuch oder eine weiße und rote Krone, die für Ober- und Unterägypten standen. Außerdem war der meist künstliche Spitzbart ein göttliches Symbol. Weitere Insignien des Pharaos waren Krummstab und Geißel.

Rote und weiße Krone

Bei offiziellen Anlässen trug er eine bestimmte, für ihn vorgesehene Garderobe. Dazu gehörten die beiden Kronen und die Insignien sowie ein aufwändig geschmücktes Gewand.
Um den Pharao herum gab es zahlreiche Ämter, die den Träger des Amtes zum Mitglied der königlichen Familie werden ließen, die aber auch stets um das Wohl des Pharaos bemüht waren. So beispielsweise den "Vorsteher der Kleider des Königs", den "Haarmacher des Königs" oder den "Vorsteher des Badezimmers des großen Hauses" und viele andere Titel.
Der Pharao hatte eine Hauptgemahlin, die in der Öffentlichkeit auch als solche bekannt und oft gleichzeitig seine Schwester war. Daneben konnte er aber noch weitere Nebengemahlinnen haben, die ihm meist eine Schar von Nachkommen sicherten.
Thronfolger wurde meist, sofern vorhanden, der Erstgeborene des Pharaos und seiner Hauptfrau. Hatte diese ihm keinen Sohn geboren, wurde ein Sohn der Nebenfrauen als Thronfolger gewählt.

Starb ein Pharao, ging diese Nachricht wie ein Lauffeuer durch das Land und eine Zeit der Trauer begann. Für die Menschen bedeutete der Tod des Pharaos den Tod eines Gottes. Nach aufwändiger Mumifizierung des Leichnams wurden die Pharaonen im Alten und Mittleren Reich in ihrer Mastaba oder Pyramide, ab dem Neuen Reich in Grabanlagen im Tal der Könige, bestattet.

Die berühmtesten Pharaonen sind Tutanchamun und Ramses II.

Totenmaske des Tutanchamun

Tutanchamun war Pharao in der 18. Dynastie vom Jahre 1336 bis 1327 v. Chr. und bestieg mit nur acht Jahren den Thron. Er starb nach zehnjähriger Regierungszeit, im Alter von nur 17 Jahren.
Berühmt wurde er nicht durch seine Amtstätigkeit im Alten Ägypten, sondern durch den Fund seines Grabes, das durch den Archäologen Howard Carter im Jahre 1922 im Tal der Könige entdeckt wurde. Das Grab enthielt den prachtvollsten Schatz, der aus dem Altertum erhalten blieb. Tutanchamuns Sarg und seine Totenmaske bestanden aus purem Gold.



Ramses II. dargestellt mit Nemes-Kopftuch

Ramses II. regierte in der 19 Dynastie vom Jahre 1279 bis 1213 v. Chr.. Den Namen Ramses trugen elf Pharaonen der 19. und 20. Dynastie. Ramses II. war jedoch mit 66 Jahren Regierungszeit wahrscheinlich der mächtigste Pharao Ägyptens. Das wichtigste Ereignis seiner Amtszeit war die Schlacht von Kadesch. Er zeichnete sich darüber hinaus durch die Bauwerke aus, die er während seiner Regierungszeit schuf. Neben seiner mächtigen Residenz im Nordostdelta schuf er auch den berühmten Tempel Abu Simbel im Süden des Landes. Bestattet wurde Ramses II. ebenfalls im Tal der Könige.
   

 

 

 
     

 

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