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N I L

   
Nil-Karte   Der Fluss, der im Sudan aus dem Zusammenfluss zweier großer Flüsse - dem weißen und dem blauen Nil - entsteht und erst ab dort als Nil bezeichnet wird, ist mit seiner Länge von 6670 Kilometern der längste Fluss der Erde. Er war bereits für die alten Ägypter unverzichtbar, so dass Ägypten bereits von dem griechischen Historiker Herodot als "Geschenk des Nils" bezeichnet wurde.
Periodisch auftretende Fluten von Juli bis Oktober jeden Jahres, ließen fruchtbaren schwarzen Nilschlamm auf den Feldern zurück, der als Dünger nutzbar war. So wurde eine wirtschaftliche Grundlage für das Land garantiert.
Das Wohlergehen der alten Ägypter war in hohem Maße von den Überschwemmungen des Nils abhängig. Blieb die Nilschwelle unter der Normalhöhe, so bedeutete dies für die Menschen Dürre und Hungersnot, stieg sie zu hoch an, waren Dammbrüche, verwüstete Felder und Siedlungen die Folge. Der ideale Wasserstand der Nilschwelle maß 16 Ellen, die den alten Ägyptern Fruchtbarkeit und Wohlstand sicherte.
 

"Bei zwölf Ellen Hunger, bei dreizehn Genüge, bei vierzehn Freude, bei fünfzehn Sicherheit, bei sechzehn Überfluß." (Plinus der Ältere)
Um die Abhängigkeit ein wenig einzuschränken, wurden die natürlichen Deiche von den Bauern zu Dammanlagen verstärkt. Künstliche Kanäle und Becken versorgten die Felder bei Niedrigwasser und die Täler bei Hochwasser. Um die Wasserstände zu kontrollieren, verwendeten die alten Ägypter Nilometer zur Feststellung der Nilhöhe. Dies waren Brunnen, in denen das Wasser so hoch stieg wie im Flussbett und an deren Wände man die Wasserhöhe ablesen konnte.
Des Weiteren war der Nil Hauptverkehrs- und Transportweg und so wurden in den Zeiten der Flut, in denen keine Feldarbeit möglich war, die großen Bauvorhaben der Pharaonen umgesetzt. Aufgrund der Überschwemmungen konnte man die riesigen Bausteine leichter und weiter zu den Baustellen transportieren.
Die Fruchtbarkeit des Landes war ein wichtiger Bestandteil der Kultur des Alten Ägyptens. Eine anschauliche Beschreibung dieser Fruchtbarkeit gab ein Weiser.
"Drei Monate ist es eine weiße Perle, drei Monate schwarzer Moschus, drei Monate ein dunkelgrüner Smaragd und drei Monate ein Barren roten Goldes.
Eine weiße Perle ist Ägypten in den Monaten Juli, August und September, wenn es von den Fluten überschwemmt ist, wenn die von allen Seiten vom Wasser umgebenen Dörfer auf ihren Hügeln und Erhebungen über dem weiß schimmernden Land den Sternen gleichen und wenn man nur noch mit Booten von einem zum anderen Ort gelangen kann. Schwarzer Moschus ist Ägypten in den Monaten Oktober, November und Dezember, wenn das Wasser in das Bett des Nil zurückfließt und einen schwarzen Boden hinterlässt, von den Bauern bestellt wird und einen Duft ausströmt, der dem des Moschus gleicht. Ein grüner Smaragd ist Ägypten in den Monaten Januar, Februar und März, wenn die überall sprießenden Gräser und Pflanzen ihm den Glanz dieses Edelsteins verleihen. Und ein Barren roten Goldes ist Ägypten in den Monaten April, Mai und Juni, wenn die Saat reift und das Gras rötliche Farbe annimmt, so daß das Land sowohl vom Anblick wie vom Nutzen her dem Golde gleicht." (Al Masudi)
Dem gegenüber steht die Einteilung des Jahres durch den altägyptischen Kalender. Das Jahr hatte auch damals schon 365 Tage und war in drei Jahreszeiten eingeteilt: Die Zeit der Überschwemmung von Juli bis Oktober, die Zeit der Aussaat von November bis Februar und die Zeit der Ernte von März bis Juni.
Die Jahreszeiten bestanden jeweils aus vier Monaten zu je 30 Tagen. Dazu kamen noch weitere fünf Tage, die Epagomenen, die für die Geburtstage der Götter Osiris, Horus, Seth, Isis und Nephthys standen.
Ein neues Jahr begann am 19. Juli, wenn der Sirius-Stern am Himmel zu erkennen war und eine neue Flutwelle ankündigte.

 

 

 
     

 

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